Rechtliches

Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV)

So wird dieser AVV Vertragsbestandteil: Mit Annahme der AGB bei der Registrierung gilt dieses AVV-Muster nach § 9 AGB als zwischen den Parteien vereinbart. Ein gesondertes Unterzeichnen ist nicht erforderlich, kann aber auf Wunsch des Kunden erfolgen (E-Mail an info@qr-vice.app mit Betreff „AVV-Unterzeichnung").
Inhalt:
  1. Vertragsparteien
  2. Gegenstand und Dauer
  3. Art, Zweck und Umfang der Verarbeitung
  4. Kategorien betroffener Personen und Datenkategorien
  5. Pflichten des Auftragsverarbeiters
  6. Technische und organisatorische Maßnahmen (TOM)
  7. Subunternehmer
  8. Kontrollrechte des Verantwortlichen
  9. Löschung und Rückgabe nach Vertragsende
  10. Schlussbestimmungen

1. Vertragsparteien

2. Gegenstand und Dauer

Gegenstand dieses Vertrages ist die Verarbeitung personenbezogener Daten durch den Anbieter im Rahmen der Bereitstellung des SaaS-Dienstes QR-vice.app. Die Dauer der Auftragsverarbeitung entspricht der Laufzeit des Nutzungsvertrages gemäß § 10 AGB.

3. Art, Zweck und Umfang der Verarbeitung

Der Anbieter verarbeitet die vom Kunden in die Software eingegebenen personenbezogenen Daten ausschließlich zum Zweck der vereinbarten Leistungserbringung gemäß § 4 AGB. Insbesondere umfasst dies:

Eine Verarbeitung zu anderen Zwecken — insbesondere zu eigenen Werbe-, Profiling- oder Analysezwecken — findet nicht statt. Der Anbieter verarbeitet die Daten ausschließlich nach dokumentierter Weisung des Verantwortlichen; als Weisung gelten dieser Vertrag sowie die Konfiguration der Anwendung durch den Verantwortlichen.

4. Kategorien betroffener Personen und Datenkategorien

KategorieBeispieldaten
Endkunden / Auftraggeber des Mandanten Firmenname, Anschrift, Telefon, ggf. Privatperson-Daten (Vor-, Nachname)
Ansprechpartner / Kontakte beim Endkunden Vor- und Nachname, Funktion, E-Mail, Telefon, Anschrift
Mitarbeiter / Techniker des Mandanten Vor- und Nachname, E-Mail, Telefon, Login-Name, Passwort-Hash, Rolle
Lieferanten und deren Ansprechpartner Firmenname, Anschrift, Telefon; bei Ansprechpartnern: Vor-/Nachname, Funktion, E-Mail, Telefon/Mobil/privat, Notizen sowie kategorisierte Kommunikationsdaten
Geräte- und Service-Daten Gerätestammdaten, Wartungshistorie, Service-Case-Berichte, Fotos, Dokumente; bei Rechnungen/E-Rechnungen zusätzlich Zahlungs-/Bankdaten

Besondere Kategorien personenbezogener Daten (Art. 9 DSGVO) werden bestimmungsgemäß nicht verarbeitet. Falls der Kunde solche Daten dennoch eingibt, geschieht dies auf seine eigene Verantwortung.

Zentrales Endkunden-Portal-Konto: Für die Anmeldung am Endkunden-Portal wird ein mandantenübergreifendes Konto (E-Mail, Passwort-Hash, Name, Anmelde-Metadaten, Einwilligungs-/AGB- Zeitstempel) in einer gemeinsamen Anmelde-Datenbank des Anbieters geführt. Insoweit handelt der Anbieter ggf. als eigenständig Verantwortlicher und nicht als Auftragsverarbeiter des einzelnen Mandanten. [ANBIETER PRÜFEN: Verantwortlichkeits-Rolle für das zentrale Portal-Konto verbindlich festlegen; Einzelheiten in der Datenschutzerklärung.]

5. Pflichten des Auftragsverarbeiters

Der Anbieter verpflichtet sich, insbesondere:

6. Technische und organisatorische Maßnahmen (TOM)

Der Anbieter trifft folgende technische und organisatorische Maßnahmen:

Zutritts- und Zugangskontrolle

Zugriffs- und Trennungskontrolle

Übertragungskontrolle

Eingabekontrolle

Verfügbarkeits- und Wiederherstellungskontrolle

Auftragskontrolle

7. Subunternehmer

Der Verantwortliche stimmt der Beauftragung folgender Subunternehmer („weitere Auftragsverarbeiter" nach Art. 28 Abs. 2 DSGVO) zu:

SubunternehmerSitz / VerarbeitungsortLeistung
netcup GmbH Karlsruhe, Deutschland (Rechenzentren in Deutschland) Hosting der Server und Datenbanken inkl. Backup-Speicher
Sendinblue SAS (Brevo) Paris, Frankreich (Verarbeitung innerhalb der EU) Versand transaktionaler E-Mails (Einladungen, Service-Benachrichtigungen, Wartungs-/Kalibrations-/TÜV-/AU-Erinnerungen, Bestellungen an Lieferanten) — sofern der Mandant keinen eigenen Mailserver hinterlegt hat
OpenStreetMap-basierte Karten-/Geocoding-Dienste (FOSSGIS e. V.; komoot GmbH / Photon; OpenStreetMap Foundation / Nominatim) Deutschland / EU [Serverstandort der öffentlichen Photon-Instanz anbieterseitig zu prüfen] Karten-Kacheln, Geocoding von Adressen und Adress-Autocomplete (serverseitige Aufrufe); nähere Beschreibung in der Datenschutzerklärung § 8
Internet Security Research Group (Let's Encrypt) USA (Standardvertragsklauseln) Ausstellung von TLS-Zertifikaten; verarbeitet keine personenbezogenen Daten von Nutzern, sondern ausschließlich Domain-Namen
Optionale Integrationen mit Drittland-Bezug: Aktiviert der Verantwortliche optionale Funktionen (Synchronisation mit Google Kalender/Kontakte, Telegram-Benachrichtigung, mandanteneigener Mailserver, Karten-/Routen-Links zu Google Maps), werden dabei personenbezogene Daten an die jeweiligen Dritten — ggf. in die USA bzw. andere Drittländer — übermittelt. Die Aktivierung dieser Funktionen erfolgt durch den Verantwortlichen; er entscheidet eigenverantwortlich über deren Einsatz und die zugehörige Rechts- und Transfergrundlage. [ANBIETER PRÜFEN: Einordnung dieser Empfänger (weiterer Auftragsverarbeiter des Anbieters vs. eigenständig Verantwortliche bzw. vom Mandanten direkt genutzte Dienste) sowie Transfergrundlage (EU-US Data Privacy Framework / Standardvertragsklauseln) verbindlich festlegen.]

Der Anbieter informiert den Verantwortlichen rechtzeitig vor jedem Wechsel oder jeder Hinzunahme weiterer Subunternehmer in Textform (E-Mail an die hinterlegte Adresse oder Hinweis in der Anwendung). Dem Verantwortlichen steht in diesem Fall ein Widerspruchsrecht innerhalb von 30 Tagen zu; widerspricht der Verantwortliche dem Wechsel in begründeter Weise, ist der Anbieter berechtigt, das Vertragsverhältnis ordentlich zu kündigen.

8. Kontrollrechte des Verantwortlichen

Der Verantwortliche hat das Recht, die Einhaltung dieses Vertrages und der gesetzlichen Bestimmungen durch den Anbieter zu kontrollieren. Auf schriftliche Anfrage stellt der Anbieter alle erforderlichen Auskünfte und Nachweise zur Verfügung. Vor-Ort-Kontrollen sind mit angemessener Vorankündigung (mindestens 14 Tage), während der üblichen Geschäftszeiten und ohne Störung des Betriebes durchzuführen; die Kosten trägt der Verantwortliche, sofern die Kontrolle nicht aufgrund eines konkreten Verdachts erfolgt.

9. Löschung und Rückgabe nach Vertragsende

Nach Vertragsende stellt der Anbieter dem Verantwortlichen einmalig einen Export der Mandantendatenbank im SQLite-Format zur Verfügung. Anschließend werden alle personenbezogenen Daten des Verantwortlichen innerhalb von 30 Tagen vollständig und unwiederbringlich gelöscht; verschlüsselte Backups werden gemäß der Backup-Rotation spätestens nach weiteren 30 Tagen automatisch überschrieben. Vom Verantwortlichen ausdrücklich zur Aufbewahrung verlangte Daten (etwa zur Erfüllung gesetzlicher Aufbewahrungspflichten) sind hiervon ausgenommen.

10. Schlussbestimmungen

Sollten Bestimmungen dieses Vertrages mit denen der Hauptleistungsbeziehung (AGB, Nutzungsvertrag) kollidieren, gehen die Regelungen dieses Vertrages im Hinblick auf die Auftragsverarbeitung vor. Änderungen und Ergänzungen dieses Vertrages bedürfen der Textform; dies gilt auch für die Aufhebung dieser Textformklausel.

Im Übrigen finden die Regelungen unserer AGB und der Datenschutzerklärung ergänzend Anwendung. Es gilt deutsches Recht.

Stand: 9. Juni 2026 (Version 1.1)